Rückruf? Interessiert mich nicht! Wenn dein Hund draußen einfach macht, was er will
Du rufst deinen Hund – und er?
Schaut dich kurz an… und läuft dann in die andere Richtung.
Keine Sorge: Damit bist du nicht allein. Ein zuverlässiger Rückruf gehört zu den wichtigsten, aber auch schwierigsten Dingen in der Hundeerziehung.
Warum Hunde draußen „schlechter hören“
Draußen ist für Hunde einfach alles spannender: Gerüche, andere Hunde, Geräusche. Gegen diese Reize kann selbst der beste Mensch kurzzeitig uninteressant wirken.
Das bedeutet aber nicht, dass dein Hund „nicht hört“ – sondern nur, dass er noch nicht gelernt hat, dass sich Zurückkommen wirklich lohnt.
Rückruf muss sich lohnen
Der wichtigste Grundsatz:
Komm zurück = etwas Gutes passiert
Wenn dein Hund zu dir kommt, sollte er immer eine positive Erfahrung machen:
- Lob
- Leckerli
- Spiel
- Aufmerksamkeit
Wenn Rückruf nur bedeutet „Spaß ist vorbei“, wird dein Hund ihn eher ignorieren.
Nicht nur rufen – auch belohnen
Viele rufen ihren Hund zwar, vergessen aber die Belohnung. Für den Hund lohnt sich das Zurückkommen dann nicht.
Besser:
- rufen
- sofort belohnen
- kurz bei dir behalten
- dann wieder freigeben
So lernt dein Hund: Zurückkommen ist kein Ende, sondern ein Gewinn.
Rückruf trainieren – Schritt für Schritt
Ein guter Rückruf entsteht (leider) nicht zufällig. Übe am besten:
- zuerst in ruhiger Umgebung
- dann mit leichter Ablenkung
- erst später draußen mit mehr Reizen
So kann dein Hund das Verhalten langsam festigen.
Typische Fehler beim Rückruf
Ein paar Dinge, die viele Hundehalter unbewusst machen:
- nur rufen, wenn es ernst ist
- schimpfen, wenn der Hund zurückkommt
- den Hund direkt anleinen und nach Hause gehen
Für den Hund verknüpft sich der Rückruf dann negativ.
Ein zuverlässiger Rückruf braucht Zeit, Geduld und Training. Wenn dein Hund lernt, dass es sich lohnt, zu dir zurückzukommen, wird er es immer öfter tun.